Laktoseintoleranz für Laien

Behindertenausweis und Behindertenparkplatz bekommen wir nicht, denn wir sind ein Normalfall. Bei Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) wird der Milchzucker (Laktose) als Folge von fehlender Produktion des Verdauungsenzyms Laktase nicht verdaut. Die Betroffenheit der Menschen schwankt zwischen Ländern und Rassen. In Asien und Afrika sind ca. 90% der Bevölkerung betroffen, in Europa ca. 20%. Muttermilch vertragen alle Säuglinge. Das Problem entsteht mit der Aufnahme von tierischen Milchprodukten, insbesondere durch Kuhmilch. Laktase wird von allen Säugetieren während der Stillzeit gebildet, sie spaltet den Milchzucker und macht ihn verdaulich. Nach der Stillzeit reduziert sich die Aktivität der Laktase. Bei einer Laktoseintoleranz gelangt ungespaltener Milchzucker bis in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien aufgenommen und vergoren wird.

 

Auswirkungen, Symptome

Normalerweise wird der Milchzucker im Dünndarm verarbeitet. Bei Laktoseintoleranz gelangt Milchzucker in den Dickdarm und wird von der Darmflora als Nährstoff fermentiert. Folge sind Blähungen, Blähbauch, Bauchdrücken, Bauchkrämpfe oder Durchfall. Möglich sind auch Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Erschöpfungsgefühl, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen. Diese unterschiedlichen Auswirkungen machen die Diagnose durch Patient oder Arzt schwierig.

 

Laktosefreie Ernährung

Laktasemangel oder Laktoseintoleranz ist nicht heilbar. Die Auswirkungen können durch milchzuckerfreie Kost reduziert werden. Reformhäuser und Supermärkte bieten eine immer größere Auswahl in den Regalen an, man muss sie nur finden. Es gibt laktosereduzierte Milchprodukte: Milch, Käse, Joghurt, Sahne, Quark, Butter, Puddings... Unübersichtlicher ist die Produktauswahl bei zubereiteten Speisen. Laktose wird Produkten für einen besseren Geschmack zugesetzt: Broten, Getreideriegel, Fertiggerichten, Würzmischungen, Wurstwaren, Fleisch, Teigen, Bonbons und Speiseeis, Schokolade, Instantprodukten, Konserven. Eine Alternative ist die Einnahme von rezeptfreien Laktasetabletten vor der Nahrungsaufnahme. Jedoch ist die Dosierung schwierig.